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Wurzeln von Achtsamkeit
Buddhismus
Achtsamkeit ist das "Herzstück"
der buddhistischen Lehre und findet sich wiederholt in den Schriften
als Teil des edlen achtfachen Pfad als Weg zur Aufhebung von
Leiden
| 1.
Rechte Anschauung, Erkenntnis |
Einsicht, Wissen, Weisheit |
| 2.
Rechtes Denken |
| 3.
Rechte Rede |
Ethik, Sittlichkeit
|
| 4.
Rechte Handlung |
| 5.
Rechter Lebenserwerb |
| 6.
Rechte Anstrengung |
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| 7.
Rechte Achtsamkeit |
| 8.
Rechtes sich versenken |
als eine von sieben Erleuchtungsfaktoren zur
Befreiung des Geistes
| 1. Achtsamkeit |
| 2. Ergründung
der Gesetzmäßigkeit, Wahrheitsergründung |
| 3. Willenskraft,
Beharrlichkeit |
| 4. Verzückung,
Freude, Begeisterung |
| 5. Gestilltheit,
Gelassenheit |
| 6.
Sammlung, Konzentration |
| 7. Gleichmut
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als eine von fünf geistigen Fähigkeiten
| 1.
Vertrauen |
| 2. Energie |
| 3. Sammlung
|
| 4. Weisheit
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| 5.
Achtsamkeit |
In einer Lehrrede, der "Rede von den Vergegenwärtigungen
der Achtsamkeit" (Satipatthana Sutta) wird Achtsamkeit anhand
von vier Beobachtungsbereichen vermittelt:
- der Körper (bewusstes Ein- und Austmen,
Körperhaltung, Körpertätigkeiten),
- die Empfindungen (angenehm, unangenehm, neutral),
- die Geisteszustände (wie: heilsam/unheilsam,
gesammelt/nicht gesammelt und emotionale Färbungen wie Freude,
Wut oder Langeweile),
- die "natürlichen Wahrheiten":
- Die Fünf Hemmnisse,
- die Fünf Aggregate des Ergreifens,
- die Sechs Sinnesgrundlagen
- die Sieben Faktoren zur Erleuchung
- die Vier Edlen Wahrheiten.
Buddha beschreibt vier "Grenzenlose Geisteszustände"als
Kardinaltugenden
1. Liebevolle Güte (metta, maitri) oder "loving kindness"
2. Mitgefühl
3. Mitfreude
4. Gleichmut
Achtsamkeitspraxis führt durch das Einüben
von bedingungsloser Akzeptanz zu einer Haltung von "Liebevoller
Güte". Meditationen der "Liebevollen Güte"
sind meist feste Besandteile von Vipassana-Kursen.
Vipassana
Das Wort Vipassana bedeutet auf Pali "die Dinge
sehen, wie sie wirklich sind". Vipassana-Meditation ist die zentrale
und wichtigste Methode des buddhistischen Geistestrainings. Sie dient
zur Einübung und Entwicklung von Achtsamkeit. Sie wird auch als
Einsichtsmeditation bezeichnet, da ein Geisteszustand kultiviert
wird, der eine klare Sicht und eine Erfassung der äußeren
Situation und der inneren mentalen und emotionalen Phänomene ermöglicht.
Hauptquelle ist der Text der "Satipatthana Sutta" im Pali
Kanon (Theravada Tradition).
Vipassana als Praxis ist unabhängig von Glauben
und Weltanschauung und führt über die Auflösung von Konditionierungen
und Illusionen zur "Befreiung".
Zur Technik: Einstieg ist in der Regel die Atembeobachtung.
Eine Möglichkeit, mit Abschweifungen vom gewähten Fokus umzugehen
ist das "Etikettieren", das Benennen dessen, was
gerade vor sich geht z.B. mit "denken", um dann zum Fokus
z.B. der Atembeobachtung zurückzukehren. Mit der Zeit wird der
Fokus der Aufmerksamkeit immer weiter, mit dem Ziel, Achtsamkeit möglicht
auch im Alltag aufrecht zu erhalten.
Die wohl bekannteste "Schule" ist die von Satya
Narayan Goenka (geb. 1924 in Myanmar), die weltweit Zehntageskurse
anbietet.
Einführung in die Vipassana Meditation von Joseph Goldstein (deutscher Text)
Bhante Gunaratana zu Samatha-Vipassana (Video auf YouTube, 4 Minuten)
Thich Nhat Hanh
Thich Nhat Hanh (geb. 1926 in Vietnam) ist als buddhistischer
Mönch und Zenmeister Vertreter eines "engagierten Buddhismus".
Er half während des Vietnamkriegs beim Wiederaufbau zerstörter
Dörfer, gründete 1966 den "Orden des Interseins"
und schuf in der Nähe von Bordeaux das Praxiszentrum "Plum
Village".
Er betont die Bedeutung einer kontinuierlichen meditativen
Praxis, wobei die Achtsamkeitspraxis im Vordergrund steht.
Hilfreich ist auch eine Sangha, eine Gemeinschaft, so klein
sie auch sein möge, deren Mitglieder einander gegenseitig unterstützen.
Mit "Interbeing", auf deutsch "Intersein"
meint Thich Nhat Hanh die gegenseitige Abhängigkeit und die Verwobenheit aller
Phänomene.
Folgende Formen der Praxis werden gepflegt:
- Achtsamkeitsübungen
- Sitzmeditation
- Gehmeditation
- Geführte Meditation
- Kommunikative und soziale Übungen
Video Thich Nhat Hanh zu "mindfulness" (YouTube, 6 Minuten)
Links zu Thich Nhat Hanh
Yoga
Die klassischen indischen Schriften beschreiben vier
Yoga-Wege:
- Raja Yoga, auch Ashtanga Yoga: Meditativer Weg
- Jnana Yoga: Yoga der Erkenntnis
- Karma Yoga: Yoga der Tat, des selbstlosen Handelns
- Bhakti Yoga: Yoga der Verehrung/Hingabe
Eher körperbetonte Yoga-Praktiken werden im westlichen
Sprachgebrauch unter dem Oberbegriff Hatha Yoga zusammengefasst,
eine spezielle Form ist Iyengar Yoga.
Achtsamkeit ist vielfach wesentlicher Teil der Praxis.
Übungen aus dem Hatha Yoga werden auch in der Methode der Mindfulness-Based
Stress Reduction (MBSR) integriert.
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